Nightphotography

Nachtfotografie Tips – Grundausrüstung

Prater by night - Vienna

Nachtfotografie Tips – Grundausrüstung

Nachtfotografie unterscheidet sich wesentlich von Fotografie bei Tageslicht. Es ist ein Spiel von Licht und Schatten, von Bewegung in einem Foto, von Farben und Stimmungen.
Ob verwischte Personen auf eine belebten Strasse, Lichtreflexionen auf einer Wasseroberfläche, ein Springbrunnen oder Wasserfall, Lichtstreifen von Autos oder in einem Vergnügungspark, … all das verleiht einen Foto bei Nacht einen ganz anderen Ausdruck als bei Tag.
Empfehlenswerte Grundausrüstung für Nachtfotografie ist:

  • Kamera mit manueller Einstellungsmöglichkeit
  • Objektiv mit manueller Einstellungsmöglichkeit, meist ein Weitwinkel
  • Stativ
  • Sonnenblende
  • Fernauslöser
  • Taschenlampe

Kamera & Objektiv: Automatikfunktionen bei Blende und Belichtungszeit führen nicht immer zu den gewünschten Resultaten. Der Autofokus bei den Objektiven kann mangels Kontrast und / oder Helligkeit versagen.
Kameras mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten sind deshalb besser dafür geeignet.
Stativ: Aufgrund der langen Belichtungszeiten bei Nacht ist ein Stativ sehr empfehlenswert. Wer sich am Anfang nicht gleich eines kaufen möchte, kann auch zu anderen Tricks greifen. Etwa einen kleinen Sandsack basteln, auf den man die Kamera auflegen kann. Mit einem Sandsack lässt sich die Kamera leicht in die gewünschte Position bringen. Oder sich in der Umgebung umsehen wo man die Kamera auflegen könnte. Oft findet sich ein geeignetes Hilfsmittel oder Ort (Bank, Papierkorb, Fensterbrett, …).
Sonnenblende: Auch wenn keine Sonne scheint verhindert sie störende Lichter und Reflexionen von anderen Lichtquellen.
Fernauslöser: Selbst auf einem Stativ kann die Kamera leicht schwingen, wenn man den Auslöser betätigt. Das führt zu Unschärfe, vor allem sichtbar in den hellen Bereichen. Das verhindert man am einfachsten mit einem Fernauslöser (mit Kabel oder Funk). Alternativ kann man auch die Auslösezeit mit beispielsweise 2 Sekunden Vorlaufzeit einstellen.
Taschenlampe: wenn man sich selbst an sehr dunkle Orte begibt und um die richtigen Knöpfe auf der Kamera zu betätigen. Auch sehr nützlich um etwa zu dunkle Bereiche in einem Bild leicht aufzuhellen um Details zu erhalten.
Für die Nachtfotografie sollte man auch mehr Zeit einplanen. Nur sehr selten hat man sofort das Bild das man wollte. Gerade wenn man Bewegung im Bild festhalten will, lohnt es sich, mehrere Bilder mit unterschiedlichen Einstellungen zu machen.
Fahrzeuge und Menschen bewegen sich unterschiedlich schnell und treten in unterschiedlicher Häufigkeit auf; Wasseroberflächen haben einmal viele Wellen und sind ein anderes Mal ganz glatt. Es gibt als keine „Standardeinstellung“, mit welcher sich ein Bild oder Effekt beliebig oft reproduzieren lässt. Nachtfotografie ist immer sehr Situations-abhängig.

Karusell – © Harald Kalasek

Die beste Uhrzeit für Nachtaufnahmen ist die blaue Stunde – die Zeit nach Sonnenuntergang bis zur astronomischen Dämmerung.
In dieser Zeitspanne erhält man einen satten, dunkelblauen Himmel (wenn wolkenlos), schönes farbenkräftiges Kunstlicht und erhält noch viele Details in den dunklen Bereichen, welche in der Nacht verloren gehen.

Alte Donau – © Harald Kalasek

Im Vergleich dazu eine Nachtaufnahme zu später Stunde:

Hochstrahlbrunnen

Hochstrahlbrunnen – © Harald Kalasek

Durch den hohen Kontrast zwischen dem beleuchteten Brunnen und dem Nachthimmel konnte die Kamera kein Restlicht des Himmels einfangen und so wurde der Himmel schwarz. Man könnte nun in einem Grafikprogramm (z.B. Photoshop) den Himmel ersetzen, wenn man ihn dunkelblau möchte, oder die Aufnahme zur blauen Stunde wiederholen. Mir gefällt sie so wie sie ist.
Ich werde dieses Jahr zum Thema Nachtfotografie noch weiter in die Tiefe gehen und anhand von Praxisbeispielen weitere Tips geben. Also schau gelegentlich vorbei, wenn auch Dich dieses Thema interessiert.

Harald Kalasek